Wie isch es friehner gsi?

In der Serie "Anekdoten aus früheren Zeiten" erzählt der ehemalige Obmann, Armin Faes, von seinen Erinnerungen.

Man schrieb das Jahr 1982. Das 7. Charivari war im Brutofen und der Charivari-Vorstand musste sich etwas einfallen lassen, wie der Billett-Vorverkauf neu organisiert werden könnte, denn die Variante ‚Anstehen vor der SKA Claraplatz (der heutigen CS) war aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich. Wie immer: Wir hatten eine Glanzidee.

Es gab damals noch kein ,Radio Basilisk’, sondern nur das Regionaljournal von Radio DRS, und das nutzten wir. Wir bezeichneten intern und streng vertraulich vier mögliche Verkaufsstellen und bildeten vier Verkaufsequipen. Eine Verkaufsstelle war das Gartenbad Bachgraben, eine weitere die SKA am Claraplatz, die beiden anderen sind uns entfallen (Eglisee? St. Jakob?). Häbse Hansjörg Hersberger, der damalige Vizeobmann und ich, waren im Radiostudio und zogen unter der Aufsicht von Radiolegende Ruedi Palm die Kuverts. In der ersten Ziehung wurde der Tag bestimmt. Wenn im Kuvert stand: Heute nicht, mussten wir tags darauf nochmals antreten. Im zweiten Kuvert zogen wir den Ort. Unsere Equipen mussten selber Radio hören und waren in der Nähe ihres möglichen Austragungsortes in einer Beiz startbereit. Draussen wartete ein Taxi. Dann hiess es: Bachgraben! Das Taxi konnte den Weg nicht mehr bis zum Gebäude zurücklegen, denn es war schon alles verstellt und blockiert. Die Ticketmannschaft musste schnellen Schrittes mit Kasse und den Billette zu Fuss in die Kassenhäuschen stürmen. Diese Lösung war beileibe nicht optimal!





Im nächsten Jahr gab es nur noch eines: Gezinkte Karten! Wir bestimmten zum Voraus: Vorverkauf heute, Ort SKA Claraplatz. Unsere Equipe konnte sich so optimal hinter den Bankschaltern einrichten und warten. Nach der Radiosendung fuhren Häbse und ich vom Radio Studio, das sich auch heute noch auf dem Bruderholz befindet, ins Kleinbasel. Unterdessen war der Claraplatz – natürlich zur besten Feierabendstunde - buchstäblich explodiert. René Roth, Vorstandsmitglied und seines Zeichens Schnitzelbänggler als «Luggebiesser» bestens bekannt, hatte sich auf dem Polizeiposten St. Clara ein Megafon behändigt und versuchte lauthals, die Menschenmasse zu steuern und zu Disziplin anzuhalten, aber: kasch dängge! Häbse und ich standen unterdessen vor der Türe zur Clarakirche und die heilige Nähe war es dann, die uns sagen liess: «Do könne mer numme bätte, dass nüt bassiert.» Unsere Türsteher und Kontrolleure waren keine Bodybuilder, hingegen konnte unsere Verkaufsequipe froh sein, waren die Schalter mit Panzerglas gesichert...

Ich wohnte damals in der Rheingasse und entschied, mich nicht auch noch in das Getümmel zu begeben. Kaum zu Hause angelangt, schrillte das Telefon: Eine hysterische Mutter brüllte mich an, holte einige Heilige zu Hilfe und informierte mich, dass ihre Tochter beinahe einen Arm gebrochen hätte. Die Billett-Verkaufsromantik war somit endgültig Vergangenheit. Wir mussten – wohl oder übel wie beim Drummeli – zur Gewinn-Verlosung greifen.





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