Die ganze Vielfalt der Basler Fasnacht!

Bericht der Premiere 2017.

Ein überdimensionales Buch: So zeigte sich das kunstvolle und fast schon märchenhafte Bühnenbild des Charivari 2017. Mit den handgemalten Hintergrundbildern setzten die Macher von Beginn weg einen wunderbaren emotionalen Rahmen. Begeisternde Fasnachtsmusik, pointierte Verse und ein fabelhaftes Schauspielensemble sorgten für grossartige Unterhaltung im ausverkauften Volkshaus.

Die Fasnachtsgesellschaft Seibi setzte mit dem gleichnamigen Marsch ein erstes musikalisches Ausrufezeichen. Ideal verknüpft mit dem Trommelsolo der Wältmaischter Drummelgrubbe inszenierte Mathias Brenneis den Drummelkeenig. Einmal mehr hat er es geschafft, eine spezielle Figur der Basler Fasnacht feinfühlig, humorvoll und sprachlich brillant darzustellen. Mit dem „Raamestiggli“ Fasnacht für aini, in Anlehnung an „Dinner for One“, wartete anschliessend ein Höhepunkt auf das Publikum. Scharfsinnig und fesselnd berichtete das Cowgirl Colette Studer in der Nummer Guete Morge Amerika über die Auswirkungen der amerikanischen Präsidentschaftswahlen. Dr Märliwald wurde durch die Regie des Publikums inszeniert: Zeitgemäss bestimmten die Zuschauer mittels Applaus-O-Meter, was auf der Bühne gespielt wurde. Die Regisseurin Colette Studer erklärte: „Ich bin von den schauspielerischen Leistungen begeistert. Die ‚Raamestiggli‘ sind vielfältig und es ist dem Ensemble gelungen, die jeweiligen Feinheiten hervor zu heben.“

Zwei erstklassige Guggenmusiken unterschieden sich durch unvergleichbare Darbietungen – beide auf ihre Art fantastisch. Den Anfang machte die imposante Schotte Clique, die den Saal mit kräftigen Klängen zum Beben brachte. Die Nachtfalter Schränzer überraschten mit Schweizer Melodien und einem musikalisch hervorragenden Auftritt, der vom Publikum mit tosendem Applaus honoriert wurde. Djembe, Gebetstrommel, Pauke und Basler Trommel hiessen die Schlaginstrumente der Jungtambouren der Fasnachtszunft Ryburg. Das Stück Feuerwasser komponierten sie eigens für das Charivari. Souverän und samt Marathon-Vers brillierte der Schnitzelbank d Gwäagi. Gesanglich hochstehend und ebenso pointiert präsentierte sich der zweite Bank, d Schlyffstai. In Erinnerung bleibt der hiesige Charivari Jahrgang auch dank des ausgefallenen Finales mit der PS Corportation und der Pfyffergrubbe d Spitzbuebe, die gemeinsam die Määlsubbe-Connection auferstehen liessen. Erik Julliard, Programmchef, sagte im Anschluss zufrieden: „Es ist uns gelungen, den Spagat zwischen bewährter Tradition und überraschend Modernem zu machen. Das diesjährige Charivari zeigt die ganze Vielfalt der Basler Fasnacht“.

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