Brücke der Begeisterung

Eindrucksvolle Inszenierungen vor einem wandelbaren, typisch baslerischen Bühnenbild: So präsentierte sich heute Abend das Charivari und erntete dafür grossen Applaus. Ein eingespieltes Schauspiel-Ensemble, eine Uraufführung, musikalische Glanzleistungen, ein redseliger Blaggedde-Verkäufer und ein Schnitzelbank in Hochform begeisterten das Publikum an der ausverkauften Premiere.

Die Brücken, die Gross- und Kleinbasel verbinden, bildeten die imposante Kulisse an der heutigen Charivari Premiere. Perfekt arrangiert wurden sämtliche Rheinübergänge, vom Kraftwerk in Birsfelden rheinabwärts bis zur Dreirosenbrücke, von allen Mitwirkenden bespielt. Die Schauspieler überzeugten mit Solo-Intermezzi passend zur jeweiligen Brücke und gaben ihnen eine Identität. Eine wunderbare Idee, die toll umgesetzt wurde. Nach dem Prolog zeigte die Basler Rolli Fasnachtsgesellschaft 1969 mit dem „Dudelsagg“ ein erstes Mal ihr musikalisches Können. Originell und wortgewandt berichtete Mathias Brenneis in seiner Rolle als Blaggedde-Verkäufer von seinen Erlebnissen in der Blaggedde-Branche. In den Genuss einer Uraufführung kamen die Zuschauer mit dem rassig getrommelten Marsch „Prinz Carneval“ von den Ueli 1876 und Fründe. Das anspruchsvolle Stück „Synkopia“, vorgetragen von der Pfyffergrubbe d Spitzbuebe, war ein richtiger Ohrenschmaus. „D Duube“ im gleichnamigen Raamestiggli, hervorragend dargestellt von Tatjana Pietropaolo, plauderte frech, spritzig und frisch von der Leber weg. Sie nahm wahrlich kein Blatt vor den Mund. Den Abschluss des ersten Teils machte die prächtige Guggemuusig Ohregribler mit bekannten Ohrwürmern von ABBA und Simon & Garfunkel. Sie haben 9 neue Nachrichten – dies der Titel eines humorvollen und witzig inszenierten Raamestigglis im zweiten Teil. Gespannt lauschte das Publikum den amüsanten Mitteilungen auf dem Telefonbeantworter, die fast ausnahmslos von prominenten Baslern stammten. Der Schnitzelbank d Gwäägi war anschliessend ein absoluter Höhepunkt des diesjährigen Charivari. Vom ersten Vers an brillierten sie mit scharfen, bissigen Pointen und mehrstimmigem Gesang. Besonders der Vers über den Walliser Fussball-Exponenten Constantin sowie der Langvers zum Thema „#MeToo“ lösten beim Publikum frenetischen Beifall aus. Eine andere Seite der Basler Fasnacht erlebte das Publikum mit dem besinnlichen Raamestiggli „Dr Dambour“, gespielt von der Regisseurin Colette Studer. Das visuell spektakuläre Trommelsolo „Cool Light Sticks“ der Basler Rolli holte das Publikum zurück auf die fröhliche Seite der Fasnacht. In absoluter Dunkelheit faszinierten sie mit ihrer Leuchtschlegelakrobatik. Die Schlussnummer „z Basel uf dr Brugg“ vereinte alle Charivari Mitwirkenden auf der Bühne und verabschiedete das Publikum mit einem Fasnachts-Feuerwerk.

Walter F. Studer, Obmann des Charivari, stellt freudig fest: „Es ist uns gelungen, die Brücke der Begeisterung zum Publikum zu schlagen. Wir sind zufrieden mit dem Start des Charivari 2018 und freuen uns auf 15 weitere Vorstellungen.“

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