1. - 15. Februar 2020 | Volkshaus | Basel

Im Trommelfieber

Getrommelt wird seit Urzeiten auf der ganzen Welt. Schon die Neandertaler nutzten die Trommel als eine Art Kommunikationsmittel. Seit dem Mittelalter wird auch in Basel getrommelt. Der Erfolg des Basler Trommelns ist auf eine breite gesellschaftliche Verankerung zurückzuführen.

In den 1920er Jahren entwickelte Dr. Fritz Berger, bekannt als «Drummel-Doggter», eine an die Musiknoten angelehnte neue Trommelschrift und verhalf dem Basler Trommelspiel zu internationaler Beachtung. Aktuell sind in Basel rund ein Drittel aller in der Schweiz registrierter Tambouren aktiv. In den letzten Jahren kamen neue (externe) Einflüsse dazu. Das Trommeln in Basel hat sich weiter entwickelt, ohne dabei seine Wurzeln zu vernachlässigen. Das Charivari 2019 zeigt ein breite Palette der trommlerischen Vielfalt, die alle ihren Ursprung im Basler Trommeln haben.

Traditionelles Basler Trommeln

Die Naarebaschi sind bekannt für einen gepflegten Trommelstil. Am Charivari 2019 repräsentieren sie die klassische Basler Trommelkunst und haben dafür d Märmeli gewählt. Ein wunderbarer Trommelmarsch von Emil Krug aus den 1880er Jahre, welcher eigentlich viel öfters getrommelt werden sollte. Der Marsch hat übrigens 21 Verse. So lange Märsche werde heute gar nicht mehr geschrieben. Ob es an mangelnden Ideen der Komponisten oder an der Kondition der Tambouren liegt? Aus Zeitgründen beschränken sich die Naarebaschi am Charivari auf jeden Fall auf die ersten acht Verse.

Präzisionstrommeln mit dem Schweizer Meister

Mit Ivan Kym aus dem aargauischen Möhlin mischte ab den 1990er Jahren plötzlich ein aussergewöhnliches Talent die Basler Trommelszene auf. Nicht immer stiess er dabei auf offene Arme. Sein Können war und ist aber unbestritten. Mit seinen Erfolgen am Offiziellen Preistrommeln in Basel, sowie als vierfacher Schweizer Meister, verschaffte er sich schon bald den nötigen Respekt. „Seinem“ Verein, der Fasnachtzunft Rhyburg Möhlin, hat er in den vergangenen Jahren den Stempel aufgedrückt und sie zu Höchstleistungen motiviert. Der jüngste Erfolg ist der Schweizer Meistertitel im Sektionstrommeln 2018. Am Charivari zeigen sie dem Publikum, mit zwei hochkarätigen Stücken, Präzisionstrommeln vom Feinsten. Generation Y, geschrieben eben für die Jungen, ist eine der schwierigsten Kompositionen überhaupt und wird darum, wie an den Wettspielen, mit einem Dirigenten aufgeführt. Das zweite Stück ist dreistimmig und heisst Stärne-Sound. Ivan Kym hat es extra für das Charivari 2019 komponiert. Der Name bezieht sich auf den dritten Stern, respektive ihren dritten Schweizer Meistertitel.

Trommlerisches Feuerwerk

In den letzten 25 Jahren ist es fast schon Mode geworden, eine Show-Trommelgruppe ins Leben zu rufen. Nur wenige konnten sich wirklich erfolgreich etablieren. Unter ihnen ist zweifelsfrei die Trommelgruppe Stickstoff. Die jungen wilden Tambouren, die alle aus Basler Fasnachtscliquen stammen, begeistern mit ihrem Trommelfeuerwerk die Zuschauer im In- und Ausland. Ihre Show besteht aus Tempo mit modernen Beats und spektakulären Visualisierungen. Sie überzeugten das TV-Publikum in der RTL-Show „Das Supertalent“ ebenso wie mit Schlagerstar Helene Fischer an ihrer Weihnachtsshow. 2017 reisten sie mit Bundesrätin Doris Leuthard nach Kasachstan und repräsentierten die Schweiz an der Weltausstellung mit einzigartiger Präzision. Stickstoff fasziniert auf der ganzen Welt. Nun bringen sie ihre Show erstmals auf die Volkshausbühne ans Charivari 2019.

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