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Ein halbes Jahrhundert – Glaibasler Charivari begeistert zum Auftakt

25.01.2026 | Andreas Kurz

Im ausverkauften Volkshaus-Saal feierte das Charivari heute Abend die Premiere seines 50-jährigen Jubiläums – begleitet von stehenden Ovationen und tosendem Applaus. Mit musikalischen Glanzleistungen, einem spielfreudigen Ensemble und Schnitzelbänken in Hochform bewies die Produktion eindrücklich, warum sie seit einem halben Jahrhundert zu den Herzstücken der Basler Fasnacht gehört.

Das Charivari 2026 startete am Premierenabend schwungvoll in sein Jubiläumsjahr. Das Publikum feierte die Mitwirkenden mit langanhaltendem Beifall – ein starkes Signal dafür, dass das Charivari nichts von seiner Strahlkraft und Aktualität verloren hat. Das Programm vereint die kreative Vielfalt und die besonderen Talente der Basler Fasnacht auf einer Bühne und spannt dabei den Bogen von bewährter Tradition bis zu zeitgemässer Satire. «Die Premiere hat gezeigt, wie lebendig und relevant das Charivari auch nach 50 Jahren ist. Die Jubiläumsausgabe blickt auf die Geschichte zurück und unterstreicht eindrücklich die anhaltende Bedeutung dieses einzigartigen Fasnachtsformats», sagte Programmchef Erik Julliard.

Erstklassige Musik, bissige Bänke

Musikalisch bot der Abend mehrere Höhepunkte, doch einen unangefochtenen Glanzmoment setzte das Trio Piccolo Piano – Annika Kurz-Julliard, Barbara Freiermuth (beide Piccolo) und Cédric Vogel (Piano). Mit virtuoser Leichtigkeit, grosser Präzision und einem mitreissenden Medley aus der Feder von Michael Robertson begeisterte das Trio das Publikum nachhaltig – ein Genuss. Grosse Klasse boten auch die Darbietungen der Pfyffergrubbe Schäärede. Den ersten Teil krönten sie durch einen lupenreinen «50er» – gemeinsam mit der Pfyffergrubbe Spitzbuebe sowie den Pfeiferinnen und Pfeifern der Seibi & Seibi Mysli, insgesamt 50 Mitwirkende. Nach der Pause schmetterten sie zusammen mit der Mardis Gras Combo ein dynamisches Brass-Läggerli auf die Bühne – geprägt von sattem Sound und viel Drive. Die Schlössli-Schränzer und die Ohregribler liessen den Saal erbeben, während die Fasnachtsgesellschaft Seibi Basel 1933 & Seibi Mysli die klassischen Fasnachtsklänge gewohnt stark beisteuerten. Für Furore sorgten die Trommelvirtuosen Ivan Kym und Maurice Weiss: zwei Generationen, zwei Ausnahmekönner, vereint durch ihre gemeinsame Leidenschaft für Rhythmus und Präzision. Das Stück «s Ründeli» setzte einen poetisch-musikalischen Akzent. Als Hommage an das Miteinander an der Basler Fasnacht wurde diese kleine, aber feine Nummer vom Charivari Pfeifer- und Trommelensemble ausgezeichnet vorgetragen.

Spielfreudiges Ensemble und vier Starivaris

Getragen wurde der Abend von einem spielfreudigen, bestens aufgelegten Ensemble mit den Schauspielerinnen und Schauspielern Olivia Zimmerli, Cyril Giger, Stephanie Schluchter, Beatrice «Struppi» Waldis, Tatjana Pietropaolo, Tim Koechlin und Neuzugang Roman Huber. Während im Raamestiggli «D Glygge Fusion» kontrovers darüber diskutiert wurde, wer denn nun welches Ämtli in der neuen Clique übernehmen soll, versuchte man im Stiggli «Alles isch greeglet» ein für alle Mal klarzustellen, bis wann der Bummelsonntag neu dauern darf – und soll. Roman Hubers Solo «Stell dir vor» zeigte, dass an der Fasnacht neben Witz und Tempo auch Platz für ruhige, nachdenkliche Momente ist. Diese berührende Nummer fesselte das Publikum und sorgte für eine seltene, gespannte Stille im Saal – so still, dass man eine Nadel hätte fallen hören können. Mit Spannung wurde der Auftritt der sogenannten Fasnachtsikonen erwartet. Für viel Gelächter und Begeisterung sorgte diese Klamauk-Nummer rund um die vier «Starivaris», die es mit Humor, Geschwindkeit und Pointenreichtum schafften, ein ganzes Charivari in nur fünf Minuten auf die Bühne zu bringen. Das krönende Finale markierte eine grossartige Schlussnummer, bei der alle Charivarianerinnen und Charivarianer gemeinsam auf der Bühne und im Saal standen und das Publikum nochmals mitrissen – ein musikalisch, textlich und inhaltlich fulminantes Ende einer überzeugenden Premiere.